Bund und Land entschlossen für Wasserstoff-Region

Mit dem Bundestagsabgeordneten Oliver Grundmann und Bürgermeisterkandidat Sönke Hartlef informierte sich der niedersächsische Forschungsminister Björn Thümler bei Pape Logistics über Wasserstoffprojekte in Stade. Grundmann betonte: „Was die Kohle für’s Ruhrgebiet im 19. Jahrhundert war, wird der Wasserstoff für Norddeutschland im 21. Jahrhundert sein.“

Steffen Pape, Geschäftsführer von Pape Logistics erklärte: „Ich stehe in den Startlöchern, um Wasserstoff-LKWs anzuschaffen. Schließlich muss der CO2-Ausstoß im Lastverkehr bis 2030 um ein Drittel sinken. Bevor etwas passieren könne, erwarten wir aber Fördersignale, denn Wasserstoff-LKWs kosten derzeit noch doppelt so viel wie normale LKWs.“ Auch die Raisa eG sei bereit, sich an einem Modellprojekt zu beteiligen. Benjamin Ney, Raisa eG, forderte einen Gang hoch zu schalten: „Wir brauchen mehr Tankstellen.“ Bisher gäbe es 70 H2-Tankstellen und bis Ende des Jahres sollen es 100 werden. Das reiche aber noch nicht aus, so Ney.

Grundmann versprach Unterstützung. Die Mittel für eine Wasserstofftankstelle seien im Bund abrufbereit und eine Mautbefreiung für umweltfreundliche Trucks sei beschlossene Sache.

Neben Lob für die Beteiligten vor Ort sprach Forschungsminister Thümler aber auch kritische Worte: „Die großen Automobilkonzerne konzentrieren sich gerade viel zu sehr auf batteriebasierte E-Mobilität. Das ist aber nur ein Teil der Lösung und wir müssen jetzt schnell sein und auch Wasserstofftechnologien und Power-to-X breiter auf die Straße bringen.“

China, Japan und Korea seien bei der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie bereits auf gutem Weg, so Grundmann. „Wir müssen jetzt aufholen. Gerade hier bei uns im Elbe-Weser-Raum können wir Klimaschutz durch Forschungsinnovationen fördern. Das ist der Schlüssel für erfolgreichen Klimaschutz.“ Thümler lobte das TZEW und die DOW in Stade: „Ich sehe große Zukunft für den Unterelberaum“ und versprach Unterstützung seines Hauses.

Auch Sönke Hartlef will die Chancen der Region entschlossen nutzen und sieht alle wichtigen Ressourcen für erfolgreiche Wasserstoffprojekte in Stade: „Wir haben vor Ort u.a. Windstrom, das Know-how durch den größten nationalen Wasserstoffproduzenten Dow und große Kavernen, wo Wasserstoff gespeichert werden kann.“

Arne Engelke-Denker und Dr. Roland Hamelmann vom Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW) unterstrichen, dass regionale Mittelständler für das Projekt „Lastverkehr und grüner Wasserstoff“ entscheidend seien. Außerdem könnten viele unterschiedliche Akteure zum Gelingen des Projektes beitragen. So wäre es auch möglich, die Windparks und Biogasanlagen in der Region über die EEG-Förderung hinaus wirtschaftlich zu betreiben und für den Ausbau emissionsfreier Mobilität einzusetzen.

Grundmann lobte die Arbeit der örtlichen Akteure und des Forschungsministers Thümler: „Wir brauchen Forschung, die nah dran ist an der Praxis. Deswegen ist die Arbeit des TZEW und die geleistete Forschungsförderung von Bund und Land für den Mittelstand und die Region so wichtig.“

Bildunterschrift: Forschungsminister Björn Thümler (CDU, Fünfter von rechts) gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Oliver Grundmann (Vierter von rechts) und dem Bürgermeisterkandidaten Sönke Hartlef (CDU, Fünfter von links) bei Steffen Pape (Dritter von links). Mit dabei Vertreter von Raisa, TZEW und CFK Valley.